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Grenzen sind mehr als Linien auf Karten: Sie strukturieren Zugehörigkeiten, Machtverhältnisse und Alltagspraktiken. Die Tagung „Grenzsoziologie revisited“ von 26.-27.2.2026 im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen nimmt Grenzen als soziologischen Gegenstand neu in den Blick und untersucht seine kulturellen, symbolischen, materiellen sowie politischen Dimensionen. Auf dem Schlusspodium diskutiert C. Wille mit Fachkolleg:innen zu den Perspektiven einer neuen Grenzsoziologie.

Wie lassen sich Inseln und Grenzen neu denken? Die Konferenz „Reimagining (Island) Borders“ adressiert Inseln als dynamische, relationale und umkämpfte Räume der Begegnung, in denen Identitäten, Souveränitäten und Zukünfte neu ausgehandelt werden. Sie findet am 16.01.2026 an der Beijing Normal Hong Kong Baptist University statt, wo C. Wille die Leitlinien einer komplexitätsorientierten Grenzforschung vorstellt.

In der Podcast-Folge „Grenzpendeln im Wandel“ berichtet Johanna Trager über das Grenzgänger:innenphänomen in der deutsch-tschechischen Grenzregion. Die Prager Doktorandin der Charles Universität untersucht die Pendelbewegungen nach Bayern und zeigt, dass dafür nicht nur Lohnunterschiede ausschlaggebend sind. Im Gespräch mit C. Wille erläutert sie außerdem, wie Unternehmen auf die grenzüberschreitende Arbeitnehmer:innenmobilität angesichts des Fachkräftemangels reagieren.

Grenzen sind keine politischen Linien (mehr) zwischen Staaten. In Zeiten ökologischer Krisen und des Anthropozäns rücken vielmehr die Verflechtungen zwischen Menschen, Tieren, Landschaften und Dingen ins Zentrum. Wie lässt sich Grenzforschung denken, wenn nicht-menschliche Akteure als Borderworkers berücksichtigt werden? Darüber spricht C. Wille im neuen UniGR-CBS-Podcast mit L. Aubry und A.-L. Amilhat Szary von der Université Grenoble-Alpes.

Das Europa der offenen Grenzen steht unter Druck. Im seinem neuen Beitrag analysiert C. Wille die wiedereingeführten Grenzkontrollen zwischen 2015 und 2024 und die Legitimierungen der Schengen-Länder. Der Autor deckt eine anhaltende Normalisierung und Verfestigung temporärer Binnengrenzkontrollen auf, für die Nationalismen, eine stetige Krisenrhetorik, politische Instrumentalisierungen und das ambivalente EU-Binnengrenzmanagement verantwortlich sind.

Wille (2025): Vom Schengen-Spirit zum Border-Spirit. Beobachtungen aus Sicht der Grenzforschung. In: Brodowski, D. / Dittel, J. / Weber, F. (Hg.): 40 Jahre Schengener Übereinkommen. Europa und seine inneren Grenzen. Baden-Baden, Nomos, 149-175. mehr Info
Wille (2025): On the Reintroduction of Temporary Controls at EU Internal Borders. Developments and Challenges 40 Years After the Schengen Agreement. UniGR-CBS Working Paper 24. mehr Info
Wille, Christian (2025): Border(ing)s. A Border-Studies Perspective. Current Issues in Migration Research 2(1), 18-24. mehr Info
Fellner, Astrid M. / Wille, Christian (2025): Cultural Border Studies. In: Nesselhauf, Jonas / Weber, Florian (Hg.): Handbuch Kulturwissenschaftliche "Studies". Berlin, de Gruyter, 47-67. mehr Info
Wille, Christian (2024): Border Complexities. Outlines and Perspectives of a Complexity Shift in Border Studies. In: Wille/Leutloff-Grandits/Bretschneider/Grimm-Hamen/Wagner (Hg.): Border Complexities and Logics of Dis/Order. Baden-Baden, Nomos, 31-56. mehr Info
Wille, Christian (2021): Vom processual shift zum complexity shift: aktuelle analytische Trends der Grenzforschung. In: Gerst/Klessmann/Krämer (Hg.): Grenzforschung. Handbuch für Wissenschaft und Studium. Nomos, 106-120. mehr Info