Aktuell

Von der Grenzforschung werden nicht nur verstärkt Antworten auf drängende gesellschaftliche Fragen erwartet, das multidisziplinäre Arbeitsfeld hat sich auch in seinen Ansätzen und Erkenntnisinteressen erneuert. Daraus ist die kulturwissenschaftliche Grenzforschung hervorgegangen, die C. Wille in seinem Vortrag am 28. Juni vorstellt. In der Sommerschule “Grenzen und Migrationen in Europa” (Uni des Saarlandes) diskutieren Promovierende aus Deutschland und Frankreich.

Die Grenz- und Migrationsforschung teilen viele Erkenntnisinteressen und Zugänge, dennoch unterscheiden sie sich. Der Vortrag von C. Wille am 17. Juni beleuchtet das Verhältnis der Arbeitsfelder zueinander und stellt die dort verwendeten Grenzkonzepte heraus. Die internationale Migrationskonferenz beschäftigt sich in diesem Jahr mit „Border Thinking” und wird von der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt ausgerichtet.

Proteste, Demonstrationen oder symbolische Aktionen gegen das Covid-Grenzregime sind neue Phänomene in europäischen Grenzregionen. Beispiele für die jüngsten zivilgesellschaftlichen Anfechtungen von Grenzen stellt C. Wille in seinem Vortrag am 11. Juni vor. Zu dem Workshop „Pandemisches Virus – nationales Handeln: Covid-19 und die europäische Idee” an der Uni des Saarlandes sind Kultur-, Raum- und Rechtswissenschaftler*innen eingeladen.

Die zivilgesellschaftliche Beteiligung an Steuerungsprozessen ist in Grenzregionen ein noch junger Trend. Peter Ulrich untersucht in seinem Buch die grenzüberschreitende Bürgerbeteiligung in vier Regionen und arbeitet zentrale Einflussfaktoren heraus. Im Gespräch mit C. Wille erklärt der Autor, wie die Bürgerschaft stärker in politische Prozesse einbezogen werden kann und die europäische Idee davon profitiert.

Die UniGR-CBS-Forschungsgruppe “Bordertexturen” lädt am 18. Mai zum öffentlichen Online-Vortrag “Mehr-als-menschliche Bordertexturen” ein. Die Referentin von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Larissa Fleischmann, zeigt am Beispiel der Afrikanischen Schweinepest, wie Tiere und Viren als Grenzsubjekte untersucht werden können. Dafür arbeitet sie mit einem mehr-als-menschlichen Zugang zu Grenzen, der dem Konzept der Bordertexturen folgt.

Wille (2021): Vom processual shift zum complexity shift: aktuelle analytische Trends der Grenzforschung. In: Gerst/Klessmann/Krämer (Hg.): Grenzforschung. Handbuch für Wissenschaft und Studium. Nomos, 106-120. mehr Info
Wille/Gerst/Krämer (Hg.) (2021): Identities and Methodologies of Border Studies: Recent Empirical and Conceptual Approaches. Borders in Perspective 6. mehr Info
Weber/Wille/Caesar/Hollstegge (Hg.) (2020): Geographien der Grenzen. Räume – Ordnungen – Verflechtungen. Wiesbaden, VS Verlag. mehr Info
Wille/Weber (2020): Analyzing border geographies in times of COVID-19. In: Mein/Pause (Hg.): Self and Society in the Corona Crisis. Perspectives from the Humanities and Social Sciences. Melusina Press. mehr Info
Wille/Kanesu (Hg.) (2020): Bordering in Pandemic Times. Insights into the COVID-19 Lockdown (thematic issue). Borders in Perspective 4. mehr Info
Wille/Nienaber (Hg.) (2020): Border Experiences in Europe. Everyday Life – Working Life – Communication – Languages. Nomos. mehr Info