Aktuell

Die Grenzforschung hat in den letzten Jahren eine Vielzahl an Ansätzen und Begriffen hervorgebracht. Das erste deutschsprachige Handbuch für Grenzforschung systematisiert das dynamische Arbeitsfeld und spiegelt den aktuellen Stand der theoretisch-konzeptionellen Debatten wider. Im Gespräch mit C. Wille berichten die Herausgeber*innen über das mehrjährige Buchprojekt.

Das Europanetzwerk Digital im Rahmen des Goethe Instituts lädt am 25. März zu einer Online-Podiumsdiskussion ein. Diskutiert werden Fragen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Großregion SaarLorLux mit Expert*innen aus Deutschland, Luxemburg und Belgien. Christian Wille vom UniGR-Center for Border Studies bezieht als Wissenschaftler Stellung zur Idee einer grenzüberschreitenden Identität (in) der Region.

Grenzen werden in der aktuellen Grenzforschung als komplexe Konstellationen verstanden. Diese werden im dreijährigen Projekt "Border Complexities" über verschiedene Ansätze und empirische Beispiele konzeptualisiert. Im Online-Workshop am 18./19. März diskutierten die Projektpartner und Gäste aus Luxemburg, Deutschland und Frankreich Logiken der Un/Ordnung von Border Complexities.

Sowohl im globalen Maßstab als auch im Schengen-Raum verdichten sich Vergrenzungsprozesse. Vor diesem Hintergrund geht die europäische Grenzraumforschung andere Wege als die interdisziplinäre Grenzforschung und bleibt der zunehmend geschwächten Leitidee eines Europa ohne Grenzen verhaftet. Vorgeschlagen wird daher eine Perspektivweitung der europäischen Grenzraumforschung, die Vergrenzungen auch an den EU-Binnengrenzen zu verstehen hilft.

Wo und wie ereignen sich Grenzen? Diese Frage diskutieren die Autor*innen des gerade erschienenen Sammelbands mit 13 Texten rund um das Verhältnis von Flucht, Grenze und Integration. Die deutsch- und italienischsprachigen Beiträge berücksichtigen literatur- und kulturwissenschaftliche sowie räumlich-geographische Perspektiven. Der Band wurden von D. Heimböckel, N. Roelens und C. Wille (alle Universität Luxemburg) herausgegeben.

Wille (2021): Vom processual shift zum complexity shift: aktuelle analytische Trends der Grenzforschung. In: Gerst/Klessmann/Krämer (Hg.): Grenzforschung. Handbuch für Wissenschaft und Studium. Nomos, 106-120. mehr Info
Wille/Gerst/Krämer (Hg.) (2021): Identities and Methodologies of Border Studies: Recent Empirical and Conceptual Approaches. Borders in Perspective 6. mehr Info
Weber/Wille/Caesar/Hollstegge (Hg.) (2020): Geographien der Grenzen. Räume – Ordnungen – Verflechtungen. Wiesbaden, VS Verlag. mehr Info
Wille/Weber (2020): Analyzing border geographies in times of COVID-19. In: Mein/Pause (Hg.): Self and Society in the Corona Crisis. Perspectives from the Humanities and Social Sciences. Melusina Press. mehr Info
Wille/Kanesu (Hg.) (2020): Bordering in Pandemic Times. Insights into the COVID-19 Lockdown (thematic issue). Borders in Perspective 4. mehr Info
Wille/Nienaber (Hg.) (2020): Border Experiences in Europe. Everyday Life – Working Life – Communication – Languages. Nomos. mehr Info