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Migration und Populismus sind nur einige Gründe, warum von einer Rückkehr der Grenze gesprochen wird. Genauso hat die Pandemie Grenzen aufleben lassen und gezeigt, dass Vergrenzungen auch im Schengen-Raum stattfinden. Vor diesem Hintergrund problematisiert der Blog-Beitrag, dass die europäische Grenzraumforschung weiter der geschwächten Leitidee eines Europa ohne Grenzen folgt. Vorgeschlagen wird stattdessen eine Perspektivweitung, die sich an der globalen Grenzforschung orientiert.

C. Wille ist zu Gast im Interdisziplinären Zentrum für Europa-Studien der Universität Flensburg. Dort arbeitet er am Ansatz der Bordertexturen und entwickelt mit den Kolleg*innen Projekte im Feld der Border Complexities. Sein Forschungsaufenthalt stärkt die Beziehungen zwischen dem UniGR-Center for Border Studies und den Grenzforscher*innen von der deutsch-dänischen Grenze.

Die grenzüberschreitende Doktorand*innenschule LOGOS findet vom 8.-10. Juli online unter dem Rahmenthema „Mittlerfiguren und Übergänge” statt. Die Veranstaltung mit 30 Doktorand*innen aus Belgien, Frankreich, Deutschland und Luxemburg wird in diesem Jahr von der Universität Lüttich ausgerichtet. Die Arbeitssprachen sind Deutsch und Französisch.

Von der Grenzforschung werden nicht nur verstärkt Antworten auf drängende gesellschaftliche Fragen erwartet, das multidisziplinäre Arbeitsfeld hat sich auch in seinen Ansätzen und Erkenntnisinteressen erneuert. Daraus ist die kulturwissenschaftliche Grenzforschung hervorgegangen, die C. Wille in seinem Vortrag am 28. Juni vorstellt. In der Sommerschule “Grenzen und Migrationen in Europa” (Uni des Saarlandes) diskutieren Promovierende aus Deutschland und Frankreich.

Die Grenz- und Migrationsforschung teilen viele Erkenntnisinteressen und Zugänge, dennoch unterscheiden sie sich. Der Vortrag von C. Wille am 17. Juni beleuchtet das Verhältnis der Arbeitsfelder zueinander und stellt die dort verwendeten Grenzkonzepte heraus. Die internationale Migrationskonferenz beschäftigt sich in diesem Jahr mit „Border Thinking” und wird von der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt ausgerichtet.

Wille (2021): The return of borders. Ein Kommentar zur Grenzraumforschung in Zeiten der Vergrenzungen. Weber/Theis/Terrollion (Hg.): Grenzerfahrungen | Expériences transfrontalières. Springer VS, 379-390. mehr Info
Wille (2021): Vom processual shift zum complexity shift: aktuelle analytische Trends der Grenzforschung. In: Gerst/Klessmann/Krämer (Hg.): Grenzforschung. Handbuch für Wissenschaft und Studium. Nomos, 106-120. mehr Info
Wille/Gerst/Krämer (Hg.) (2021): Identities and Methodologies of Border Studies: Recent Empirical and Conceptual Approaches. Borders in Perspective 6. mehr Info
Wille/Weber (2020): Analyzing border geographies in times of COVID-19. In: Mein/Pause (Hg.): Self and Society in the Corona Crisis. Perspectives from the Humanities and Social Sciences. Melusina Press. mehr Info
Wille/Kanesu (Hg.) (2020): Bordering in Pandemic Times. Insights into the COVID-19 Lockdown (thematic issue). Borders in Perspective 4. mehr Info
Wille/Nienaber (Hg.) (2020): Border Experiences in Europe. Everyday Life – Working Life – Communication – Languages. Nomos. mehr Info