Aktuell

In dem erstmals auf Französisch erschienenen Beitrag stellen C. Wille und U. Connor einen Ansatz vor, der vom Mainstream der Kooperationsforschung abweicht. Sie betonen grenzüberschreitende Vollzugswirklichkeiten, entwickeln die Denkfigur der Praxisformation und führen methodologische Überlegungen. Abschließend geben sie einen Ausblick auf künftige praxissoziologische und multidisziplinär anschlussfähige Kooperationsforschung.

Wenig Aufmerksamkeit erfuhren bisher die Fragen, in welcher Weise die Border Studies mit anderen Wissenschaftsbereichen in Verbindung stehen und auf welchen methodologischen Grundlagen die Grenzforschung beruht. In neun Beiträgen greift die Publikation „Identities and Methodologies of Border Studies“ diese Desiderata auf und setzt Impulse für eine Debatte über aktuelle (inter-)disziplinäre Selbstverständnisse und methodologische Ausrichtungen der Border Studies.

Die Grenzforschung hat in den letzten Jahren eine Vielzahl an Ansätzen und Begriffen hervorgebracht. In dem soeben erschienenen Artikel systematisiert C. Wille diese Entwicklung und unterscheidet drei analytische Trends. Sie stehen für verschiedene Schwerpunktsetzungen und für eine zunehmend differenziertere Beschäftigung mit Grenzen. Der Artikel wurde im ersten deutschsprachigen Handbuch für Grenzforschung veröffentlicht.

Das UniGR-Center for Border Studies lädt am 16. Dezember zum öffentlichen Vortrag von Carolin Leutloff-Grandits ein. Die Sozialanthropologin von der Viadrina-Universität spricht über Migration und die Internalisierung des Grenzregimes innerhalb der EU. Der Online-Vortrag findet im Rahmen der interregionalen Vortragsreihe “Grenzwirklichkeiten: Herausforderungen und Perspektiven in ungewissen Zeiten“ statt.

Das Konzept der Bordertexturen steht für Grenzen als komplexe Formationen, von denen (Ver)Grenzungseffekte ausgehen. Diese jüngste Entwicklung der kulturwissenschaftlichen Grenzforschung wird im soeben erschienenen Werkstattbericht anhand von empirischen Beispielen vorgestellt. Die französischsprachige Veröffentlichung wurde im Jahr 2018 bereits in deutscher Sprache publiziert.

Wille (2021): Vom processual shift zum complexity shift: aktuelle analytische Trends der Grenzforschung. In: Gerst/Klessmann/Krämer (Hg.): Grenzforschung. Handbuch für Wissenschaft und Studium. Nomos, 106-120. mehr Info
Wille/Gerst/Krämer (Hg.) (2021): Identities and Methodologies of Border Studies: Recent Empirical and Conceptual Approaches. Borders in Perspective 6. mehr Info
Weber/Wille/Caesar/Hollstegge (Hg.) (2020): Geographien der Grenzen. Räume – Ordnungen – Verflechtungen. Wiesbaden, VS Verlag. mehr Info
Wille/Weber (2020): Analyzing border geographies in times of COVID-19. In: Mein/Pause (Hg.): Self and Society in the Corona Crisis. Perspectives from the Humanities and Social Sciences. Melusina Press. mehr Info
Wille/Kanesu (Hg.) (2020): Bordering in Pandemic Times. Insights into the COVID-19 Lockdown (thematic issue). Borders in Perspective 4. mehr Info
Wille/Nienaber (Hg.) (2020): Border Experiences in Europe. Everyday Life – Working Life – Communication – Languages. Nomos. mehr Info