A

Arbeitsgemeinschaft der Europäischen Grenzregionen (AGEG)

Die AGEG repräsentiert eine Interessenvertretung von Grenzregionen in Europa und will Grenzregionen vernetzen, grenzüberschreitende Interessen gegenüber europäischen Institutionen vertreten und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit fördern. Die Gründung einer Europäischen Arbeitsgemeinschaft wird 1965 auf der „Internationalen Regio-Planertagung“ in Basel angestoßen, 1971 wird die AGEG als eingetragener Verein nach deutschem Recht mit Sitz in Gronau (Deutschland) gegründet.

Arbeitsgemeinschaft der Europäischen Grenzregionen (AGEG)

Arbeitsgemeinschaft der IHKs der Großregion

Die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern der Großregion SaarLorLux-Trier/Westpfalz koordiniert seit mehr als 20 Jahren den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen den Kammern und unterstützt Mitgliedsunternehmen beim Eintritt in neue Märkte.

Arbeitsgemeinschaft der Statistischen Ämter der Großregion

Die Arbeitsgemeinschaft der Statistischen Ämter erfasst, vergleicht und bereitet statistische Angaben über die Großregion auf und publiziert diese. An der Kooperation beteiligt sind die Statistischen Landesämter Saarland und Rheinland-Pfalz, INSEE, STATEC und IWEPS. Die Grundlagen für die seit über 30 Jahren bestehende Zusammenarbeit wurden 1974 gelegt, als die Verantwortlichen der Statistischen Ämter von Lothringen, Luxemburg und Saarland auf Initiative der  Regionalkommission SaarLorLux-Trier /Westpfalz erstmalig zusammenkamen.

Arbeitsgemeinschaft der Statistischen Ämter der Großregion

B

Briefmarke SaarLorLux

Am 16.10.1997 wurde die erste trinationale Briefmarke SaarLorLux von Deutschland, Frankreich und Luxemburg herausgegeben. In allen drei Ländern zeigt sie das gleiche Motiv.

C

Charta der universitären Zusammenarbeit

Bereits in den 1980er Jahren haben sich verschiedene Hochschulen in der Großregion zusammengeschlossen, um die Internationalisierung von Lehre und Forschung in der Großregion voranzutreiben. Den rechtlichen Rahmen hierfür bildet die Charta der universitären Zusammenarbeit, die 1984 von Hochschuleinrichtungen aus Luxemburg, dem Saarland und Lothringen unterzeichnet wurde. Bis in die 1990er Jahre traten der Vereinbarung weitere Hochschulen bei.

Charta der universitären Zusammenarbeit

D

Deutsch-Französisch-Luxemburgische Regierungskommission

Die deutsch-französisch-luxemburgische Regierungskommission schafft die Voraussetzungen für die grenzübergreifende Zusammenarbeit in der Großregion auf internationaler Ebene. Sie konstituierte sich 1970 zwischen Deutschland und Frankreich, ein Jahr später kam Luxemburg hinzu. Die operative Ebene der Regierungskommission bildet die  Regionalkommission SaarLorLux-Trier/Westpfalz-Wallonien. Die Zusammenarbeit wurde 1980 rechtlich verankert.

E

EuRegio SaarLorLux+

Die EuRegio SaarLorLuxRhein+ vertritt seit 1995 als Verband der Gemeinden der Großregion kommunale Interessen gegenüber anderen grenzüberschreitenden Gremien und nationalen bzw. regionalen Behörden.

EuRegio SaarLorLux+

EURES Transfrontalier

EURES steht für  European Employment Services und wurde 1991 von der Europäischen Kommission zur Förderung grenzüberschreitender Arbeitnehmermobilität eingerichtet. Für den erhöhten Informations- und Beratungsbedarf in grenzüberschreitenden Regionen richtete das EURES-Netzwerk auf regionaler Ebene „EURES-Partnerschaften in Grenzregionen“ – sog. „EURES-Transfrontalier“ – ein. In der Großregion SaarLorLux bestehen „EURES-Transfrontalier Saarland-Lothringen-Luxemburg-Rheinland-Pfalz“ (EURES-T SLLR) und „EURES-Transfrontalier Pôle Européen de Développement“ (EURES-T PED) mit Lothringen, dem Großherzogtum Luxemburg und der Provinz Luxemburg in Belgien.

EURES-Transfrontalier Saarland-Lothringen-Luxemburg-Rheinland-Pfalz
EURES-Transfrontalier Pôle Européen de Développement

EURES – European Employment Services

Die European Employment Services bilden ein europäisches Kooperationsnetz zur Förderung grenzüberschreitende Arbeitnehmermobilität. Dafür arbeiten öffentliche Arbeitsverwaltungen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände der europäischen Mitgliedsstaaten zusammen. Sie beraten mobilitätsbereite Arbeitnehmer und informieren über Arbeitsmöglichkeiten sowie über Lebens- und Arbeitsbedingungen im europäischen Wirtschafts- und Beschäftigungsraum.

EURES – European Employment Services

Europa der Regionen

„Europa der Regionen“ bezeichnet ein politisches Konzept, das dem Subsidiaritätsgedanken verhaftet ist und die Regionen in den EU-Mitgliedsländern in ihrer regionalen Eigenständigkeit stärken soll. Es will den Brüsseler „Superstrukturen“ im Sinne korrigierender Partizipation ein Gewicht entgegensetzen.

Europäische Kulturhauptstadt 2007

Im Jahr 2007 präsentierte sich nicht nur eine Stadt, sondern eine grenzüberschreitende Region als Kulturhauptstadt Europas. Gemeinsam mit Luxemburg wurde von den angrenzenden Regionen Lothringen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Wallonien ein umfangreiches kulturelles Programm unter dem Titel „Luxemburg und die Großregion. Kulturhauptstadt Europas 2007“ konzipiert und umgesetzt.

Download des Abschlussberichts „Kulturhauptstadt 2007“

Europäische Territoriale Zusammenarbeit (ETZ)

ETZ ist ein Ziel im Rahmen des EU-Strukturfonds. Während aus diesem Fonds die Programme Interreg I bis III jeweils als Gemeinschaftsinitiativen gefördert wurden (EFRE), schreiben sich diese Aktivitäten während der Förderperiode 2007-2013 in das sog. Ziel 3 (ETZ) ein. Damit wurden die ehemaligen Gemeinschaftsinitiativen als ein eigenständiges Ziel im Rahmen des EU-Strukturfonds verankert. Es kann jedoch weiterhin der Begriff „Interreg“ verwendet werden.

Europäisches Territoriale Zusammenarbeit im Rahmen des EFRE

Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit

Der EVTZ ist eine Rechtspersönlichkeit und hat zum Ziel, die grenzüberschreitende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit zu fördern. Im Gegensatz zu den Strukturen, die diese Art von Zusammenarbeit bis 2007 verwaltet haben, verfügt der EVTZ über eine Geschäftsfähigkeit. Insofern stellt der EVTZ ein Novum dar, da er einen Verbund zwischen Gebietskörperschaften verschiedener Mitgliedstaaten ermöglicht, ohne dass zuvor ein von den nationalen Parlamenten ratifiziertes internationales Abkommen unterzeichnet werden muss.

Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit
Verordnung (EG) Nr. 1082/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juli 2006 über den Europäischen Verbund für Territoriale Zusammenarbeit (EVTZ)

G

Gewerkschaftliche Plattform der Großregion

Die Gewerkschaftliche Plattform der Großregion wurde 2000 gegründet und ihr gehören gewerkschaftliche Organisationen an, die – als Mitglieder im Europäischen Gewerkschaftsbund – in der Großregion aktiv sind. Zu ihren Aufgaben gehören die Interessensvertretung von Arbeitnehmern und die Koordination gemeinsamer Positionen zu aktuellen sozialpolitischen Themen. Der Vorsitz des Kooperationsnetzwerks rotiert zwischen den Vertretern der Regionen analog zur Gipfelpräsidentschaft.

Gewerkschaftliche Plattform der Großregion

Gipfel der Großregion

Der Gipfel der Großregion ist das zentrale politische Organ der grenzübergreifenden und interregionalen Zusammenarbeit in der Großregion SaarLorLux. Hier kommen die höchsten politischen Vertreter der Teilregionen zusammen und behandeln Fragen der Zusammenarbeit zwischen den Partnerregionen sowie ein politisches Schwerpunktthema. Die Gipfeltreffen wurden 1994 auf Initiative des luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker und des saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine ins Leben gerufen.

Gipfel der Großregion

Grenzgänger

Eine einheitliche Definition des 'Grenzgängers' existiert nicht. Ihm wird einerseits eine Bedeutung nach Gemeinschaftsrecht zugrunde gelegt, die im Zusammenhang mit der sozialen Sicherheit zum Ausdruck kommt. Hier werden Arbeitnehmer und Selbstständige als Grenzgänger bezeichnet, die ihre Berufstätigkeit in einem Mitgliedsstaat ausüben und in einem anderen Mitgliedsstaat wohnen, in den sie in der Regel täglich – mindestens aber einmal wöchentlich – zurückkehren. Zum anderen existieren verschiedene Eingrenzungen in bilateralen Doppelbesteuerungsabkommen, die zur Ermittlung der für die Grenzgänger geltenden steuerrechtlichen Bestimmungen herangezogen werden.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit (GZA)

GZA bezeichnet als Oberbegriff verschiedene Formen der Kooperation über nationale Grenzen hinweg, wobei damit i.d.R. die Zusammenarbeit zwischen unmittelbar benachbarten Grenzregionen bestimmt wird. Im Rahmen der Interreg-Programme wird  unterschieden zwischen a) unmittelbarer nachbarschaftlicher Kooperation regionaler und lokaler Instanzen entlang einer Grenze in allen Lebensbereichen (grenzübergreifende Zusammenarbeit), b) Kooperation zwischen Staaten (ggf. unter Beteiligung der Regionen) zu einem Fachthema bezogen auf größere zusammenhängende Räume (transnationale Zusammenarbeit) und c) Kooperation zwischen regionalen und lokalen Instanzen überwiegend in einzelnen Sektoren und mit ausgewählten Akteuren (interregionale Zusammenarbeit).

Grenzüberschreitender Arbeitsmarkt

Der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt in der Großregion SaarLorLux ist durch zwei zentrale Grenzgängerbewegungen gekennzeichnet: Der leicht abfallende Strom der lothringischen Arbeitnehmer ins Saarland und der anwachsende Strom aus Wallonien, Lothringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland nach Luxemburg. Einen positiven Pendlersaldo verzeichnen dabei das Saarland und das Großherzogtum. Rheinland-Pfalz, Wallonien und insbesondere Lothringen entsenden weitaus mehr Arbeitnehmer als sie empfangen.

Großregion

Die Großregion SaarLorLux/Rheinland-Pfalz/Wallonien – wie der Raum politisch korrekt heißt – wird im allgemeinen Sprachgebrauch und aufgrund seiner Sozialgeschichte auch als „SaarLorLux-Raum“ bezeichnet. Heute setzt sich zunehmend der zusammengesetzte Begriff „Großregion SaarLorLux“ durch, der an die Ursprünge der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in diesem Raum anknüpft und ebenso die aktuelle Kooperationskulisse einschließt. Zur Großregion gehören die Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz (DE), die Region Lothringen (FR), das Großherzogtum Luxemburg (LU) und die Wallonische Region mit ihren Sprachgemeinschaften (BE).

Offizielle Webseite der Großregion

H

Haus der Großregion

Das Haus der Großregion existiert seit über 10 Jahren und befindet sich in Luxemburg-Stadt. Es ist die Verbindungs- und Kontaktstelle für Bürger und Institutionen aus der Großregion. Hier stehen Vertreter der Teilregionen für die Öffentlichkeit zur Verfügung.

Haus der Großregion

I

Interreg

Die EU fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit durch verschiedene Initiativen und Programme. Interreg war die erste Gemeinschaftsinitiative im Rahmen des EU-Strukturfonds und soll auf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet zu einer ausgewogenen Entwicklung zwischen den europäischen Regionen führen. Die Durchführung obliegt den  nationalen bzw. regionalen Behörden in den Mitgliedstaaten. Interreg existiert seit 1990: Interreg I (1991-93), Interreg II (1994-99), Interreg III (2000-06), Interreg IV bzw. Ziel 3 (2007-2013)

Interreg IV A Großregion

Interregionale Arbeitsmarktbeobachtungsstelle (IBA)

Die IBA ist ein Netzwerk von Fachinstituten aus der Großregion und wurde 1998 auf dem 4. Gipfel der Großregion ins Leben gerufen. Sie fertigt im Auftrag des Gipfels Prognosen und Handlungsempfehlungen für zukünftige Entwicklungen auf den Gebieten Beschäftigung und Soziales in der Großregion an. Die IBA untersteht einem Lenkungsausschuss, der in Absprache mit den politisch Verantwortlichen der Großregion die Aufgaben festlegt. Die Umsetzung der Aufgaben übernimmt das interregionale Netzwerk der Fachinstitute der IBA.

Interregionale Arbeitsmarktbeobachtungsstelle

Interregionale Presse (IPI)

IPI ist ein unabhängiger Zusammenschluss von Journalisten aus der Großregion mit ca. 120 Mitgliedern. Er will die grenzüberschreitende Kooperation zwischen Journalisten fördern und vermittelt grenzüberschreitende Kontakte, hilft bei der Erschließung von Informationsquellen und organisiert Veranstaltungen.

Interregionale Presse (IPI)

Interregionaler Gewerkschaftsrat (IGR)

Der IGR vertritt soziale und wirtschaftliche Interessen von Arbeitnehmern auf grenzübergreifender Ebene in der Region Saarland-Lothringen-Luxemburg-Trier/Westpfalz. Der IGR ist einer der 30 Interregionalen Gewerkschaftsräte in den Grenzregionen Europas und mit dem Gründungsjahr 1976 der älteste im Europäischen Gewerkschaftsbund. Er umfasst gewerkschaftliche Organisationen aus dem Saarland, aus Rheinland-Pfalz, Lothringen und Luxemburg.

Interregionaler Gewerkschaftsrat (IGR)

Interregionaler Parlamentarierrat (IPR)

Der 1986 gegründete IPR versteht sich als beratende parlamentarische Versammlung der Großregion SaarLorLux. Er fördert die  grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Teilregionen und will die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rolle des grenzüberschreitenden Raumes stärken. Der IPR setzt sich aus Mitgliedern des Regionalrats von Lothringen, der Abgeordnetenkammer des Großherzogtums Luxemburg, des Landtages von Rheinland-Pfalz, des Landtags des Saarlandes und des wallonischen Parlaments zusammen. Jede dieser Versammlungen entsendet sieben Parlamentarier in den IPR, der bei Bedarf die Regierungen der Teilregionen zu seinen Tagungen einladen kann.

Interregionaler Parlamentarierrat (IPR)

Interregionaler Rat der Handwerkskammern SaarLorLux

Der IRH fördert den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Handwerkskammern und fungiert als gemeinsame Interessenvertretung des SaarLorLux-Handwerks gegenüber regionalen, nationalen und europäischen Institutionen. Der IRH wurde 1989 als Verein ohne Gewinnzweck gegründet und betreibt somit die seit 1977 bestehende Zusammenarbeit in einem offiziellen Rahmen.

Interregionaler Rat der Handwerkskammern SaarLorLux

Interregionaler Wissenschaftspreis

Mit dem Interregionalen Wissenschaftspreis soll die wissenschaftliche Verzahnung des grenzüberschreitenden Wissenschaftsraums gewürdigt und gestärkt werden. Ausgezeichnet werden Wissenschaftler aus der Großregion, die die Forschung innerhalb des grenzübergreifenden Kooperationsraums vorantreiben.

K

Karlsruher Übereinkommen

Das Karlsruher Übereinkommen wurde zwischen den Regierungen Frankreichs, Deutschlands, Luxemburgs und der Schweiz geschlossen und am 23. Januar 1996 unterzeichnet. Darin wird geregelt, dass Gemeinden und Regionen der beteiligten Länder rechtsverbindliche, grenzüberschreitende Kooperationsvereinbarungen mit anderen kommunalen und regionalen Gebietskörperschaften schließen können, um so Entscheidungen aufeinander abzustimmen oder um gemeinsam öffentliche Einrichtungen zu betreiben. Damit wurde die Einrichtung von grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverbänden (GÖZ) ermöglicht.

Karlsruher Übereinkommen

Kulturraum Großregion

Der im Nachgang zum Großereignis „Kulturhauptstadt 2007“ gegründete Verein soll eine Strategie für eine Kulturpolitik der Großregion entwickeln. Um die Teilregionen näher zusammenzubringen sind darüber hinaus die Begleitung von  grenzüberschreitenden Kulturprojekten und die Bildung von grenzüberschreitenden Kompetenznetzwerken vorgesehen.

Verein Kulturraum Großregion

L

Lothringen

Seit 1956 eine der 22 französischen Regionen – Hauptstadt: Metz – vier Départements – Sprache: Französisch – 2,3 Mio. Einwohner – 23.000 km2 – einzige französische Region mit drei nationalen Grenzen: Saarland, Rheinland-Pfalz, Luxemburg, Wallonien – TGV/ICE-Gare Lorraine-Paris in 70 Min. – Gare Lorraine-Frankfurt/M. in 158 Min. – UNESCO-Welterbe: Place Stanislas, Place de la Carrière, Place d’Alliance (Nancy), Festungsanlagen von Vauban (Longwy).

Lothringen

Luxemburg

Seit 1839 eigenständiges Großherzogtum – Hauptstadt: Luxemburg – drei  Verwaltungsdistrikte – Sprachen: Lëtzebuergesch, Französisch, Deutsch – 493.000 Einwohner – 2.586 km2 – 44 Prozent Grenzgänger auf dem Arbeitsmarkt – 40 Prozent Ausländer in der Bevölkerung – angrenzende Regionen: Wallonien, Rheinland-Pfalz, Saarland, Lothringen – TGV Luxemburg-Paris in 125 Min. – kein Ort weiter als 30 km von einer nationalen Grenze entfernt – UNESCO-Welterbe: Luxemburg-Altstadt, Festungsanlagen – 1995 Luxemburg Kulturhauptstadt Europas – 2007 „Luxemburg und die Großregion – Europäische Kulturhauptstadt“.

Luxemburg

M

Madrider Abkommen

Am 21. Mai 1980 wurde das Europäische Rahmenabkommen des Europarates über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften geschlossen. Das als Madrider Abkommen bekannte Instrument setzt den Rahmen für zwischenstaatliche Verträge und die unterzeichnenden Staaten bekräftigen darin ihren Willen zur Lösung von Schwierigkeiten, welche die Entwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften behindern können. Die Vertragspflichten sind einem Rahmenabkommen entsprechend allgemein formuliert; von praktischer Bedeutung ist der zweite Teil des Vertragswerks. Er enthält elf Mustervereinbarungen, die zur Ausarbeitung zwischenstaatlicher Verträge der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit dienen sollen.

Rahmenübereinkommen über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften

Montanunion

Die im Jahr 1951 gegründete Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EKGS) wird als Montanunion bezeichnet. Ziel war die Sicherung des Friedens in Europa und der Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren. Durch die wechselseitige Kontrolle der damaligen Mitgliedsstaaten konnten kriegswichtige Rohstoffe überwacht und als wichtige Produktionsfaktoren im zerstörten Europa verteilt werden. Ein wichtiger Impulsgeber war hier der im Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg geborene Lothringer Robert Schuman. Die Montanunion bildete die Keimzelle der Europäischen Gemeinschaft.

N

Name der Großregion

Die Bezeichnung „Großregion“ gibt keine Hinweise auf Eigenheiten der Region, sondern verweist lediglich auf eine gewisse Größe. Unklar bleibt, was damit angesprochen wird: Eine ‚große Region’ oder ein bestimmter Souveränitätsanspruch? Die Bezeichnung ‚SaarLorLux’ hingegen scheint aussagekräftiger zu sein. In einer Untersuchung wurde wenig überraschend deutlich, dass ‚SaarLorLux’ polulärer ist als ‚Großregion’. Wird die Verwendung der Bezeichnungen ‚SaarLorLux’ bzw. ‚Großregion’ anhand der „Gemeinsamen Erklärungen des Gipfels“ nachverfolgt, so ergibt sich ein diffuses Bild: Während der erste Gipfel (1995) noch von der „Saar-Lor-Lux-Region“ spricht, nimmt der 2. Gipfel (1996) konsequent „Großregion Saar-Lor-Lux“ in seine Dokumente auf. Beim dritten Gipfel (1997) wächst „Saar-Lor-Lux“ bereits heraus, wenn zwar in der Präambel die Vertreter aus den „Saar-Lor-Lux-Regionen, aus Rheinland-Pfalz, der Region Wallonien, der deutschsprachigen [sic!] und der französischsprachigen [sic!] Gemeinschaft Belgiens“ genannt werden, aber im Folgenden durchgehend von „Großregion“ gesprochen wird. In den Dokumenten vom vierten bis zum sechsten Gipfel (1998-2001) setzt sich schließlich ‚Großregion’ durch. Der 7. Gipfel (2003) spart die Begriffe „Großregion“ oder „Saar-Lor-Lux“ aus und führt „Kooperationsraum“ ein. Diese Besonderheit ist mit dem Auftrag verknüpft einen neuen Namen für den „Kooperationsraum“ zu finden. So wurde 2002 eine Bürgerbeteiligung durchgeführt, um eine Bezeichnung für das Gebiet der sog. ‚Großregion’ zu finden, die „[…] unverwechselbar ist und dem territorialen Bild unserer Region und ihrem Selbstverständnis Rechnung trägt.“ Vorgeschlagen wurden verschiedene Namen, die an die gemeinsame Geschichte der Region, an ihre geografische Lage oder an ihre Flüsse anknüpften („Carolinga“, „Lotharingia“, „Centregio“, „Centropa“, „Rhesamemo“ (RheinSaarMeuseMosel) u.v.m.). Schließlich wurde keiner der insgesamt 3.000 Namensvorschläge ausgewählt und die politisch Verantwortlichen vereinbarten, „[…] dass die in den einzelnen Teilräumen üblichen Bezeichnungen weiterverwendet werden können.“

Vgl. ausführlich: Wille, Christian: Eine namenlose Region. In: Forum für Politik, Gesellschaft und Kultur in Luxemburg (Themenschwerpunkt: Großregion). Luxemburg, Nr. 288, 2009, S. 30-31.

Zum Artikel

Netzwerk der Bürgerbeauftragten

Über das Netzwerk der Bürgerbeauftragten können die Bürger der Großregion ihre Beschwerden und Einwände gegen Behördenentscheidungen in den Teilregionen äußern. Dafür arbeiten Bürgerbeauftragte der einzelnen Regionen entsprechend der „Gemeinsamen Erklärung zur Zusammenarbeit bei Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern in der Großregion“ zusammen.

Netzwerk der Bürgerbeauftragten

Notenwechsel von 1980

Der Notenwechsel vom 16. Oktober 1980, der die rechtliche Grundlage der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Großregion bildet, wurde von den Außenministern der Bundesrepublik Deutschland, Frankreichs und Luxemburgs geschlossen. In dem zwischenstaatlichen Abkommen bekräftigen die beteiligten Länder ihren Willen auf verschiedenen gesellschaftlichen Gebieten verstärkt zusammenzuarbeiten. Der Notenwechsel wurde im Jahr 2005 neu ausgehandelt und um Wallonien ergänzt.

Notenwechsel von 1980
Neufassung des Notenwechsels von 1980

P

Plurio.net – Kulturportal der Großregion

Plurio.net ist ein Projekt, das seit 2004 die Partner der Großregion im Kulturbereich zusammengeführt. Das Kulturportal erlaubt den Zugang zu aktuellen Informationen aus dem Kunst- und Kulturbereich der Nachbarregionen. Es ermöglicht eine bessere Sichtbarkeit der Veranstaltungen in der Großregion und bietet Informationen für die Kulturakteure des Kooperationsraums.

Plurio.net

Q

Quattropole

Quattropole ist ein grenzüberschreitendes Netz der Städte Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier. Ziel der Städtekooperation ist die Vorbereitung, Ausarbeitung und Ausführung von gemeinsamen Projekten innerhalb verschiedener Aufgabenfelder.

Städtenetz Quattropole

Quellen- und Dokumentationszentrum der EURES Grenzregionen

Die Quellen- und Dokumentationszentrum der EURES Grenzregionen sammeln Informationen über den Arbeitsmarkt und die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Grenzregionen, die Arbeitnehmern und -gebern der Großregion in verschiedener Form zur Verfügung gestellt werden. In der Großregion existieren zwei dieser Zentren: Das Quellen- und Dokumentationszentrum der EURES Grenzregionen Lothringen mit Sitz in Metz und das Quellen- und Dokumentationszentrum der EURES Grenzregionen Luxemburg mit Sitz in Luxemburg.

R

Regionalkommission Saar-Lor-Lux – Trier/Westpfalz-Wallonien

Die Regionalkommission SaarLorLux-Trier/Westpfalz-Wallonien ist das handelnde Organ der  deutsch-französisch-luxemburgischen Regierungskommission und verfügt über Arbeitsgruppen zur Vorbereitung von Beschlüssen und deren Umsetzung. Sie wurde 1971 gegründet und im Zuge des Notenwechsels von 1980 formalisiert.

Regionalkommission Saar-Lor-Lux – Trier/Westpfalz-Wallonien

Rheinland-Pfalz

Seit 1947 Bundesland der Bundesrepublik Deutschland – Landeshauptstadt: Mainz – Sprache: Deutsch – 4,05 Mio. Einwohner – 19.853 km2 – größtes Weinbaugebiet Deutschlands – angrenzende Regionen: Saarland, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Wallonien, Luxemburg, Lothringen – ICE/TGV Kaiserslautern-Paris in 150 Min. – UNESCO-Welterbe: Dom zu Speyer, Römische Monumente, Dom und Liebfrauenkirche in Trier, Oberes Mittelrheintal (Kulturlandschaft).

Rheinland-Pfalz

S

Saarland

Seit 1957 Bundesland der Bundesrepublik Deutschland – Landeshauptstadt: Saarbrücken – einziges Bundesland mit Auftrag zur grenzüberschreitenden Kooperation in der Verfassung – Sprache: Deutsch – 1,03 Mio. Einwohner – 2.569 km2 – angrenzende Regionen: Lothringen, Luxemburg, Rheinland-Pfalz – ICE/TGV Saarbrücken-Paris in 110 Min. – UNESCO-Welterbe: Völklinger Hütte.

Saarland

SaarLorLux

Die Bezeichnung geht auf den ehemaligen Vorstandschef der Saarbergwerke AG, Hubertus Rolshoven, zurück, der 1969 mit SaarLorLux einen griffigen Namen für das Montandreieck Saarland-Lothringen-Luxemburg schaffen wollte. Bereits zwei Jahre später wird im Zusammenhang mit der Stahlindustrie im „Républicain Lorrain“ wie selbstverständlich von „Saar-Lor-Lux“ gesprochen. Später wird das Kürzel zu einer Wortmarke für die  grenzüberschreitende (Groß-)Region. Seit einigen Jahren setzt sich im Sprachgebrauch der zusammengesetzte Begriff „Großregion SaarLorLux“ durch.

Strukturfonds

Mit Strukturfonds werden die Fonds der Europäischen Gemeinschaft bezeichnet, die Vorhaben zum Abbau von Entwicklungsunterschieden zwischen den einzelnen Regionen finanzieren.

T

ToniCités

ToniCités (ehemals Lela+) ist ein grenzüberschreitendes Städtenetz, an dem Luxemburg, Esch-sur-Alzette, Longwy, Arlon, Metz und Thionville beteiligt sind. Gemeinsam arbeiten sie über Beschäftigungs- und Verkehrsfragen, Technologie- und Stadtentwicklung. Die Themen setzt der Lenkungsausschuss – bestehend aus den Bürgermeistern der sechs Städte – fest, die ein Koordinierungsausschuss mit seinen derzeit sieben Arbeitsgruppen bearbeitet.

ToniCités

U

Universität der Großregion (UGR)

Unter dem Titel „Universität der Großregion“ soll im Rahmen eines Interreg-Projekts ein Verbund von Hochschulen aus der Großregion entstehen, die eine ausgeprägte europäische Ausrichtung aufweisen. Der so entstehende Hochschulraum – im Sinne eines virtuellen grenzüberschreitenden Campus – soll es den Studierenden ermöglichen, grenzüberschreitend zu studieren, Sprachen zu lernen und einen grenzüberschreitenden Hochschulabschluss zu machen.

Universität der Großregion (UGR)

V

Vereinigung der Museen der Großregion

Der im Jahr 2002 gegründete Verein will die Museen der Großregion zusammenbringen und Netzwerke auf kulturellem Gebiet fördern. Zu den Mitgliedern zählen ca. 80 Museen, Kunstzentren, Gedenk-, Kultur- und Ausgrabungsstätten und Museumsverbände.

Vereinigung der Museen der Großregion

W

Wallonien

Seit 1970 Region im Königreich Belgien – Hauptstadt: Namur – Grenzen mit Niederlanden, Deutschland (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz), Luxemburg, Frankreich (Lothringen, Champagne-Ardenne, Nord-Pas-de-Calais) – 3,3 Mio. Einwohner – 16.844 km2 – Sprachen: Französisch, Deutsch – Teile der Wallonischen Region gehören zur Französischen Gemeinschaft Belgiens und zur Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens – UNESCO-Welterbe: verschiedene Schiffshebewerke, Kathedrale Notre Dame (Tournai), Glockentürme von Binche, Charleroi, Gembloux, Mons und Thuin.

Wallonien

Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion

Der WSAGR ist ein beratendes Organ des  Gipfels der Großregion und unterbreitet anlässlich der Gipfeltreffen Vorschläge, Analysen und Prognosen hinsichtlich wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Fragen. Seine Gründung wurde auf dem 2. Gipfel der Großregion 1996 beschlossen und am 4. Februar 1997 realisiert. In diesem Gremium arbeiten Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter aus den Teilräumen zusammen.

Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion

Z

Zukunft SaarMoselle Avenir

Der Verein Zukunft SaarMoselle Avenir fördert die kommunale Zusammenarbeit und wurde 1997 von deutschen und französischen Gemeinden aus dem Grenzraum Saarbrücken - Moselle-Est gegründet. Im Jahr 2004 wurde der Verein in den Eurodistrikt Saarmoselle überführt. Seit 2010 findet die Zusammenarbeit im Rahmen eines EVTZ statt.

Eurodistrikt Saarmoselle

Zukunftsbild 2020

Im Rahmen des 7.  Gipfels der Großregion (2003) erarbeitete eine politische Kommission ein Leitbild für die SaarLorLux-Politik bis zum Jahr 2020. Darin werden Vision auf acht thematischen Feldern formuliert: Kultur, Bildung, Aus- und Weiterbildung, Hochschulen und Forschung, Wirtschaft und Beschäftigung, soziale Netze, Verkehr und Transportwesen, Umwelt und Raumentwicklung und Institutionen. Das Zukunftsbildes 2020 stützt sich auf drei zentrale Säulen: „Europäische Identität und Lebensart“, „Europäische Kompetenz“ und  „Europäische Modellregion“.

Download auf den SaarLorLux-Seiten des Saarlandes (Publikationen)