2019

Die Grenzforschung schlägt neue Wege ein, um Grenzen zu denken und zu untersuchen. Das soeben erschienene Buch folgt dieser Entwicklung und macht eine Perspektive stark, die sich für die alltagskulturelle Erfahrung der Grenze interessiert. Der Sammelband eröffnet die neue Reihe „Border Studies. Cultures, Spaces, Orders“ (Nomos) und ist im Open Access verfügbar.

Am 10.12.2019 spricht Peter Ulrich an der Universität Luxemburg (MSA, 4.300) über partizipative Governanceprozesse und Grenzziehungen in EU-Grenzregionen. Dafür erläutert der Politikwissenschaftler von der Europa-Universität Viadrina die europäische Rechtsform EVTZ und stellt eigene Fallstudien vor von Südtirol-Tirol-Trentino über TransOderana, SaarMoselle bis zu Galicia-Norte de Portugal.

Am 5. und 6. Dezember 2019 findet an der Universität Luxemburg ein internationaler Workshop zu aktuellen Trends der Grenzraumforschung statt. Die hochkarätig besetzte Veranstaltung geht vor allem Ansätzen nach, die komplexere Betrachtungen von Grenzen ermöglichen. Der Workshop ist Teil einer zweijährigen Veranstaltungsreihe von deutschen, französischen und luxemburgischen Partnern.

C. Wille und F. Weber vom UniGR-Center for Border Studies organisieren anlässlich der 6. Jahreskonferenz der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft ein Panel zur Multivalenz von Grenzen. Aufgenommen werden Vorträge, die sich Mehrwertigkeiten von Grenzen zuwenden und changierende sowie selektive Wirkmächtigkeiten rekonstruieren. Vortragsvorschläge werden bis zum 06.12.2019 erbeten.

Wie ist das Bild der Grenzgänger in Luxemburg und der Schweiz? Dieser Frage geht eine Reportage von RTL nach, die sich auf Ergebnisse des UniGR-Center for Border Studies stützt. Darin kommen I. Pigeron-Piroth und C. Wille zu Wort, die vor wenigen Monaten ein breit rezipiertes Themenheft zur Grenzgängerbeschäftigung im Großherzogtum und der Eidgenossenschaft veröffentlichten.

Soeben wurde das trinationale Projekt „Border Complexities“ von der Deutsch-Französischen Hochschule bewilligt. Das Kooperationsprojekt knüpft an eine aktuelle Entwicklung der Grenzforschung an und will diese weiter ausbauen. Dafür organisieren die fünf Partner zwischen 2019 und 2021 eine Workshopreihe mit wechselnden Standorten in Deutschland, Frankreich und Luxemburg.

Das Jahrestreffen der Vereinigung der französischen Geschichts- und Geographielehrer findet 2019 in Metz und Nancy statt. Auf der viertägigen Konferenz “La Lorraine, un territoire de fronts et de frontières” präsentieren mehrere Wissenschaftler des UniGR-Center for Border Studies ihre Arbeiten. Darunter C. Wille am 25. Oktober mit einem Vortrag zu räumlichen Identitäten und einem Workshop zu den UniGR-CBS-Online-Ressourcen der Grenzforschung. 

Der Deutsche Kongress für Geographie befasst sich in diesem Jahr mit dem Thema “Umbrüche und Aufbrüche – Geographie(n) der Zukunft”. Die Konferenz vom 25.-30. September findet in Kiel statt und umfasst unterschiedliche Veranstaltungsformate. Darunter drei Panels des UniGR-Center for Border Studies, wie etwa “Geographien der Grenze” unter Leitung von C. Wille (Luxemburg) und J. Hollstegge (Bayreuth).

Der diesjährige Deutsche Kongress für Geographie steht unter dem Thema “Umbrüche und Aufbrüche – Geographie(n) der Zukunft”. Das UniGR-Center for Border Studies organisiert das sechstägige Kongressprogramm mit, auch das Panel „Grenzräume in Theorie und Praxis“ unter Leitung von F. Weber (Saarland) und B. Caesar (Kaiserslautern). C. Wille schlägt dort in seinem Vortrag eine Perspektivweitung vom Grenzraum zum Raum der Grenze vor.

In dem erstmals auf Deutsch erschienenen Beitrag stellen C. Wille und U. Connor einen Ansatz vor, der vom Mainstream der Kooperationsforschung abweicht. Sie betonen grenzüberschreitende Vollzugswirklichkeiten, entwickeln die Denkfigur der Praxisformation und führen methodologische Überlegungen. Abschließend geben sie einen Ausblick auf künftige praxissoziologische und multidisziplinär anschlussfähige Kooperationsforschung.

In seiner jüngsten Veröffentlichung betrachtet C. Wille die am häufigsten grenzüberschreitend ausgeführten Alltagspraktiken in der Großregion SaarLorLux. Der erstmals auf Französisch veröffentlichte Beitrag stützt sich auf drei empirische Studien und daraus ausgewählte Befunde. Sie geben Aufschluss über die räumliche Organisation, Motive und andere Kontextfaktoren von alltäglichen Praktiken jenseits einer Grenze.

Der Call for Panels für die 6. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft (KWG) ist soeben erschienen. Die Veranstaltung findet vom 08.-10. Oktober 2020 in Frankfurt (Oder) statt und steht unter dem Rahmenthema “B/ordering Cultures: Alltag, Politik, Ästhetik”. Vorschläge für Panels in diesen Themenfeldern in Verbindung mit Fragen der Grenz- und Ordnungsforschung können bis zum 15. September 2019 eingereicht werden.

Am 26. Juni ist Markus Heide zu Gast in der interregionalen Vortragsreihe Atelier Bordertexturen. Der Amerikanist von der Universität Uppsala spricht in seinem Vortrag “Border Aesthetics: Visibility and Invisibility at the US-Mexico Divide” über das Zusammenspiel von Politiken und Ästhetik an der US-mexikanischen Grenze. Die Veranstaltung an der Uni des Saarlandes ist öffentlich und richtet sich an Studierende sowie Wissenschaftler der kulturwissenschaftlichen Grenzforschung.

Am 26. Juni ist C. Wille zu Gast an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Im Seminar „Transnationale Migration und Soziale Arbeit in der SaarLorLux-Region“ steht er dort den Studierenden für ein Autorengespräch zur Verfügung. Gemeinsam diskutiert werden sollen ausgewählte Texte zum Grenzgängerwesen in Luxemburg und der Großregion. Das Seminar findet unter der Leitung von Elena Kreutzer statt und ist nicht öffentlich.

Am 18. Juni findet an der Uni des Saarlandes der Praxistag Border Studies statt. Er bereitet Studierende auf die Arbeitswelt in Grenzregionen vor und sensibilisiert für die erforderlichen Fähigkeiten im Beruf. Dafür berichten Berufstätige in zwei Podiumsdiskussionen über den grenzüberschreitenden Arbeitsalltag in den Bereichen „Medien & Kultur“ und „Regionalentwicklung & Kooperation“. Moderiert wird die Veranstaltung von C. Wille und A. M. Fellner.

Das UniGR-Center for Border Studies und das Centre Georg Simmel (EHESS Paris) organisieren im Juni einen dreitägigen Workshop. Dort diskutieren Sozial- und Kulturwissenschaftler aus Frankreich, Deutschland und Luxemburg materielle und normative Aspekte von Grenz(de)stabilisierungen. Darunter auch C. Wille, der das Konzept der immateriellen Grenze kritisch beleuchtet.

In 2019 vergibt das UniGR-Center for Border Studies sechs Mal die Gastprofessur Border Studies. Sie richtet sich an Wissenschaftler der UniGR-Universitäten, die mit Kollegen einer Partneruniversität über Grenzthemen forschen. Die Gastprofessur Border Studies wird vom Interreg-Programm bezuschusst und soll die Wissenschaftskooperation vertiefen. C. Wille ist von Mai bis Juli an der Saaruni zu Gast und arbeitet über kulturwissenschaftliche Grenzkonzepte.

Die soeben erschienene Ausgabe von Borders in Perspective beleuchtet die Jobsituation, den grenzüberschreitenden Alltag und die gesellschaftliche Wahrnehmung von Grenzgängern. Die 19 Autoren aus der Schweiz, Luxemburg und Frankreich nehmen dabei erstmals eine vergleichende Perspektive auf die bedeutendsten Grenzgängerhotspots in Europa ein. Das von I. Pigeron-Piroth und C. Wille herausgegebene Themenheft steht im open access zum Download bereit.

Soeben ist das Buch “Transdisciplinary Discourses on Cross-Border Cooperation in Europe” erschienen. In dem von J. Beck herausgegebenen Sammelband diskutieren 29 Autoren aus Wissenschaft und Politik über methodologische und praktische Fragen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. C. Wille und U. Connor entwickeln in ihrem Beitrag einen innovativen Ansatz, der vom Mainstream der Kooperationsforschung abweicht.

Kulturwissenschaftler aus Deutschland und Luxemburg haben sich 2017 im Rahmen der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft (KWG) zur Sektion „Kulturwissenschaftliche Border Studies“ zusammengeschlossen. Seitdem treffen sie sich regelmäßig und setzen gemeinsam Projekte um. Das Frühjahrstreffen 2019 findet im April in Saarbrücken statt und dient vor allem der Vorbereitung der KWG-Jahreskonferenz 2020.

Die Border Studies durchlaufen seit zwei Jahrzehnten eine dynamische Entwicklung. Im Vortrag von C. Wille wird sie aus wissenschaftstheoretischer und institutioneller Perspektive erläutert, insbesondere die Situation in der Großregion. Der Gastvortrag findet am 12. März in Nancy im Centre d’Etudes Germaniques Interculturelles de Lorraine der Universität Lothringen statt.

Das zweijährige Buchprojekt „BOTEX – Bordertexturen: ein Ansatz der kulturwissenschaftlichen Border Studies“ hat begonnen. Damit will die AG Bordertexturen die Auseinandersetzung mit dem vorgelegten Ansatz befördern, etwa über konzeptionelle und methodologische Problematisierungen oder empirische Erprobungen. Das Projekt versammelt Grenzforscher aus Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Italien, Schweden, Norwegen und den USA.

In der Reihe „Borders in Perspective“ des UniGR-Center for Border Studies erscheint in Kürze das Themenheft „Les travailleurs frontaliers au Luxembourg et en Suisse“. In zehn Beiträgen diskutieren die 19 Autoren die Situation der Grenzgänger in beiden Ländern, insbesondere Fragen des Arbeitsmarkts, Alltagspraktiken und gesellschaftliche Wahrnehmungen. Die Herausgeber sind I. Pigeron-Piroth und C. Wille (Universität Luxemburg).

Das Viadrina-Center B/Order in Motion an der Europa-Universität in Frankfurt (Oder) organisiert regelmäßig Kolloquien mit Grenzforschern. In der Kolloquiumsreihe “Research Factory” werden aktuelle Entwicklungen in den Border Studies diskutiert und Wissenschaftler vernetzt. Am 23. Januar 2019 spricht C. Wille in der Research Factory zum Thema “Beyond the Bordering Perspective: Rezente Entwicklungen in den Border Studies”.