Raumdeutungen

Auch der Geographie gelingt es nicht, die Kategorie ‚Raum’ eindeutig zu bestimmen – dennoch wird in den Sozial- und Kulturwissenschaften von einer Renaissance des Raums gesprochen. Mit dem Begriff werden in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen z.B. Erdraumausschnitte, Behältervorstellungen, Ordnungsbeziehungen und Lagestrukturen, soziale Konstellationen oder mentale Repräsentationen bezeichnet. Die Verwendungsweisen des Raumbegriffs lassen sich nach drei zentralen Begriffsdeutungen systematisieren.

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Analytische Perspektiven auf Raum

Mit dem (wieder-)entdeckten Interesse am Raum haben sich die analytischen Zugänge vervielfacht. Dennoch zeichnen sich zentrale Untersuchungsperspektiven ab, die auf performativen Techniken der Zuweisung und Repräsentation, auf topologische Strukturen und Geographien des Alltags abheben. Die Analysen fokussieren zumeist auf mediale oder subjektbezogene Raumproduktionen und schließen machtkritische Fragestellungen ein.

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Räume der Grenze

Die Figur des Grenzgängers erfreut sich großer Beliebtheit in den modernen Kulturwissenschaften. Sie wird für die Verhandlung von Grenzen unterschiedlichster Art genutzt, wobei Emergenz und Innovation im Zentrum stehen. Darauf baut der Ansatz „Räume der Grenze“ (Wille) auf, der Enträumlichungen unter dem Aspekt der Verräumlichung thematisiert und analytische Zugänge zu subjektzentrierten Raumkonstitutionen in grenzüberschreitenden Bezügen eröffnet.

Transnationaler sozialer Raum

Das Modell des transnationalen sozialen Raums fokussiert auf dauerhafte Sozialzusammenhänge, die über nationale Grenzen hinausreichen. Es versucht die oft angenommene Kongruenz von national verfassten Sozial- und Flächenräumen aufzubrechen, bei näherer Betrachtung bleibt es jedoch einem statischen und nationalstaatlichen Denken verhaftet.

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Großregion revisité

Nationale Grenzen sind zwar durchlässiger geworden, anhaltende Entgrenzungsprozesse führen jedoch nicht zum Verschwinden von (nationalen) Räumen. Vielmehr befördern sie ein neues Raumgreifen, das sich besonders gut in Grenzregionen beobachten lässt: vielfältige räumliche Bezüge, die als soziale, virtuelle oder transnationale Räume bzw. als Räume der Grenze beschreibbar sind. Was ist nun genau unter Raum zu verstehen und wie manifestiert er sich in der Großregion?

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Eine Universität als Raum

In der Festschrift zum 10-jährigen Bestehen werden Entwicklungen und Besonderheiten der Universität Luxemburg thematisiert. Christian Wille unternimmt darin eine ‚Raumfahrt’ zu den Uni-Standorten Walferdingen, Limpertsberg, Kirchberg, Belval und stellt fest: Der Raum ‚Universität’ ist nicht beschreibbar als ein fixes Behältnis, sondern als ein sich stets neu erfindendes Geflecht aus Normierungen, Wissenspraktiken und physisch-materialen Arrangements.

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