Kulturwissenschaftliche Border Studies

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Grenzen steht derzeit vor großen Herausforderungen. Dabei wird die starke Position der Raumwissenschaften zugunsten kulturwissenschaftlicher Perspektiven auf Grenz(raum)fragen zunehmend relativiert. Daran knüpft die in 2017 gegründete KWG-Sektion „Kulturwissenschaftliche Border Studies“ an und versucht, diese Strömung sowohl auf Ebene der Theoriebildung als auch der Analysebeispiele weiter zu entwickeln.

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Grenzen untersuchen

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Grenzen hat Konjunktur. Dies hat nicht nur zahllose empirische Fallstudien zur Folge, ebenso eine dynamische Entwicklung von Konzepten und Methodologien. Dabei zu beobachten ist, dass bewährte Prämissen oft lediglich neu benannt werden und tatsächliche Innovationen noch ausstehen. C. Wille resümiert einige dieser Prämissen, die in den kulturwissenschaftlichen Border Studies etabliert sind.

ABS Konferenz 2016 – „Europe without borders“

Unter diesem Thema stand die Europa-Konferenz 2016 der Association for Borderlands Studies. Ziel war es, die Kategorien der Differenz und Diskontinuität stärker zu profilieren. Dafür wurden Fragen rund um Bewegung, Vielfalt, Verantwortung und Veränderung in Europa diskutiert. Die internationale Konferenz fand an der Universität Luxemburg statt in Zusammenarbeit mit dem UniGR-Center for Border Studies.

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Spaces and Identities in Border Regions

Im Januar 2016 ist der Sammelband „Spaces and Identities in Border Regions“ erschienen. Das Buch bündelt die Ergebnisse eines interdisziplinären Forschungsprojekts und fragt, wie Räume und Identitäten über alltägliche, institutionelle und mediale Praktiken entstehen. Die Autoren stützen sich in den 19 Fallstudien auf Ergebnisse einer grenzüberschreitenden Befragung in der Großregion SaarLorLux.

Lebenswirklichkeiten und politische Konstruktionen in Grenzregionen

Wie entstehen grenzüberschreitende Regionen und was charakterisiert sie? Am Beispiel der Großregion SaarLorLux untersuchen die aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg stammenden Beiträger des neu erschienenen Bands die gesellschaftliche Praxis an EU-Binnengrenzen. Sie diskutieren die Praktiken von institutionellen Akteuren und von Grenzraumbewohnern in den Bereichen Wirtschaft, Arbeitsmarkt, politische Kooperation sowie Alltag, Medien und Kultur. Der Sammelband ist seit August 2015 im Handel erhältlich.

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Räume und Identitäten in Grenzregionen

Die Raum- und Identitätsforschung arbeitet mit Unterscheidungen und Relationen. Als heuristische Instrumente sind sie besonders in Grenzregionen gewinnbringend, wenn soziale und geopolitische Markierungen auseinanderfallen. Der Band "Räume und Identitäten in Grenzregionen" setzt hier an und zeigt mit 19 Fallstudien, wie Räume und Identitäten über alltägliche, institutionelle und mediale Praktiken entstehen. Das Buch wurde ins Englische übersetzt.

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Border Studies als Arbeitsfeld

Die Border Studies verstehen sich als ein Arbeitsfeld im Schnittpunkt verschiedener Disziplinen und haben Grenzen und Differenzen zum Gegenstand. Aufgrund des interdisziplinären Charakters gründen sie auf keinem etablierten Kanon von Theorien und Konzepten, dennoch lassen sich innerhalb der Border Studies bestimmte Entwicklungen, Begriffe und Ansätze ausmachen, die das Arbeitsfeld strukturieren. Dazu zählen auch die Dezentrierung der Grenze und das Praxisparadigma.

Interdisziplinäre Grenzraumforschung

Über dreißig Wissenschaftler der Universität Luxemburg untersuchten im interdisziplinären Verbund  Raum- und Identitätsproduktionen in Grenzregionen. Im Zentrum des dreijährigen Projekts stand die Frage nach den Konstruktionsmechanismen von Räumen und Identitäten im Allgemeinen und in Grenzregionen im Besonderen. Die Ergebnisse der Fallstudien in Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg wurden in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht.

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Disziplinenübergreifende Zusammenarbeit

In der Wissenschaft kursieren nur wenige Begriffe mit einer so hohen Diskrepanz zwischen Verwendungshäufigkeit und theoretischer Reflexion wie jener der Interdisziplinarität. Er ist zum festen Bestandteil von Begleitrhetoriken wissenschaftlicher Vorhaben geworden und sein inflationärer Gebrauch verstärkt die oft eingenommene Haltung, dass bei interdisziplinärer Forschung ohnehin kein Erkenntnisgewinn zu erwarten sei. Umso bedeutender ist die systematische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Interdisziplinarität.

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Praxistheorie

Die Beschäftigung mit praxistheoretischen Ansätzen kritisiert zumeist klassische Ansätze der Handlungserklärung und betont die körperlich-materiale Dimension menschlicher Aktivität. Das macht die Praxistheorien interessant für sozialkonstruktivistische und subjektzentrierte  Ansätze innerhalb der Border Studies: Sie überwinden territoriales Denken, bieten Anknüpfungspunkte für raumtheoretische Überlegungen und sehen kulturellen Wandel vor.